Effektivzins vs. Sollzins — der unterschätzte Unterschied

Effektivzins vs. Sollzins — der unterschätzte Unterschied

Wer Bauzinsen vergleicht, vergleicht oft Äpfel mit Birnen. Der Sollzins ist nur ein Teil der Wahrheit — der Effektivzins ist die ehrliche Vergleichszahl.

Sollzins — der reine Darlehenszins

Der Sollzins ist der Zinssatz, mit dem die Bank das Darlehen verzinst. Er taucht in der Tilgungsplan-Berechnung auf. Er sagt aber nichts über die wirklichen Kosten — Bereitstellungszinsen, Kontogebühren oder Bearbeitungspauschalen kommen oft on top.

Effektivzins — die Gesamtkosten

Der Effektivzins fasst alle laufenden Kosten in eine vergleichbare Zinsgröße zusammen. Er beinhaltet:

  • Sollzins
  • Bereitstellungszinsen (während Auszahlungs-Phase, bei Neubau wichtig)
  • Kontoführungs- und Bearbeitungs-Entgelte
  • Tilgungsverrechnung (monatlich vs. quartalsweise — macht 0,05-0,1 % Unterschied)

Was nicht im Effektivzins steckt

  • Grundbuch- und Notarkosten für Grundschuldbestellung
  • Schätz- oder Gutachtergebühren
  • Versicherungen (Restschuld-, Wohngebäude-, Risikoleben-)

Was du beim Vergleich beachten musst

Vergleichbar sind nur Effektivzinsen mit identischer Zinsbindung. Sollzinsen zu vergleichen ist irreführend — eine Bank mit niedrigem Sollzins kann durch hohe Bereitstellungszinsen und kurze Kostenlos-Zeit am Ende teurer sein als eine Bank mit höherem Sollzins und besseren Sonderkonditionen.

Weiterführend: Bauzinsen 2026 · Anschlussfinanzierung

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