Effektivzins vs. Sollzins, der unterschätzte Unterschied

Fachlich geprüft von Serkan Parlak · zugelassener Immobiliardarlehensvermittler nach §34i GewO (Reg.-Nr. D-W-122-KZSM-71), IHK zu Essen.

Effektivzins vs. Sollzins, der unterschätzte Unterschied

Wer Bauzinsen vergleicht, vergleicht oft Äpfel mit Birnen. Der Sollzins ist nur ein Teil der Wahrheit, der Effektivzins ist die ehrliche Vergleichszahl.

Sollzins, der reine Darlehenszins

Der Sollzins ist der Zinssatz, mit dem die Bank das Darlehen verzinst. Er taucht in der Tilgungsplan-Berechnung auf. Er sagt aber nichts über die wirklichen Kosten, Bereitstellungszinsen, Kontogebühren oder Bearbeitungspauschalen kommen oft on top.

Effektivzins, die Gesamtkosten

Der Effektivzins fasst alle laufenden Kosten in eine vergleichbare Zinsgröße zusammen. Er beinhaltet:

  • Sollzins
  • Bereitstellungszinsen (während Auszahlungs-Phase, bei Neubau wichtig)
  • Kontoführungs- und Bearbeitungs-Entgelte
  • Tilgungsverrechnung (monatlich vs. quartalsweise, macht 0,05-0,1 % Unterschied)

Was nicht im Effektivzins steckt

  • Grundbuch- und Notarkosten für Grundschuldbestellung
  • Schätz- oder Gutachtergebühren
  • Versicherungen (Restschuld-, Wohngebäude-, Risikoleben-)

Was du beim Vergleich beachten musst

Vergleichbar sind nur Effektivzinsen mit identischer Zinsbindung. Sollzinsen zu vergleichen ist irreführend, eine Bank mit niedrigem Sollzins kann durch hohe Bereitstellungszinsen und kurze Kostenlos-Zeit am Ende teurer sein als eine Bank mit höherem Sollzins und besseren Sonderkonditionen.

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